Am 19. und 20. September 2026 fand wieder das traditionelle Frauenschach-Wochenende in Nürnberg statt. Am Samstag ging beim ausrichtenden SC Noris-Tarrasch Nürnberg die Bayerische Einzelmeisterschaft im Blitzschach über die Bühne, bei der U20-Spielerin Elisabeth Reich den Titel erkämpfte. Am Sonntag folgte die Bayerische Einzelmeisterschaft der Frauen im Schnellschach, zu der sich 17 Teilnehmerinnen aus ganz Bayern eingefunden hatten, darunter auch zwei Titelträgerinnen und etliche erfolgshungrige Nachwuchsspielerinnen. Vereinsvorstand Stefan Meyer und BSB-Frauenreferentin Aylin Albayrak hießen die Gäste willkommen.

Souveräner Start und enges Kopf-an-Kopf-Rennen
Das Teilnehmerfeld versprach von Beginn an abwechslungsreiches und hart umkämpftes Schach. Die Turnierwertungszahl war die Rapid-Elozahl falls vorhanden (bei einigen deswegen etwas niedriger als ihre “reguläre” Zahl bis ĂĽber 2100), ansonsten die Elozahl im klassischen Schach oder zuletzt die DWZ.

Vom Start weg legte Jana Bardorz vom TSV Rottendorf los wie die Feuerwehr. Zur Mittagspause nach vier Runden thronte die Bayerische Meisterin im klassischen Schach von 2022 und 2025 mit der optimalen Ausbeute von 4,0 Punkten allein an der Spitze, dicht gefolgt von Valentina Neumeier (SK Kelheim) mit 3,5 Punkten. Auch Berrak Albayrak (SC Noris-Tarrasch Nürnberg), Julia Schwarzfischer (SF Roding) und Olha Ratushna (SC Schwarz-Weiß Nürnberg-Süd) lagen mit drei Zählern noch in Schlagdistanz.

In der 5. Runde trafen die beiden Spitzenreiterinnen im direkten Duell aufeinander und trennten sich nach hartem Kampf unentschieden. Parallel dazu schob sich Berrak Albayrak durch einen Sieg weiter nach vorne.

Im direkten Duell der 6. Runde machten es Jana und Berrak erneut spannend und teilten sich den Punkt. Somit fiel die Entscheidung ĂĽber den Turniersieg erst in der finalen 7. Runde.
Die Entscheidung in Runde 7
Das Finale hätte nicht spannender angelegt sein können: Jana Bardorz und Valentina Neumeier lagen punkt- und feinwertungsgleich (!) auf Platz 1. Da die beiden aber bereits in Runde 5 gegeneinander gespielt hatten, wurde die Entscheidung im Fernduell ausgetragen. Jana musste gegen WFM Anita Stangl (SK Starnberg) antreten, Valentina gegen ihre oberpfälzer DVM-Mannschaftskollegin Julia Schwarzfischer vom SF Roding.
Berrak nutzte beim Familienduell an Tisch 3 ihre Chance und besiegte Nese Pinar Albayrak. Dramatisch wurde es, als WFM Anita Stangl an Tisch 1 ein Remis gegen die führende Jana Bardorz erzwang. Das öffnete Tür und Tor für die Herausforderinnen: Plötzlich lag Berrak punktgleich mit Jana an der Tabellenspitze und eröffnete Valentina Neumeier die Möglichkeit, im Schlussspurt noch vorbeizuziehen. Doch Julia Schwarzfischer konnte das Verfolgerduell für sich entscheiden.
Am Ende wiesen Jana Bardorz und Berrak Albayrak jeweils 5,5 Punkte aus sieben Partien auf und blieben das gesamte Turnier ĂĽber ungeschlagen (4 Siege, 3 Remis). Die Entscheidung ĂĽber den Titel musste die Zweitwertung bringen: Hier hatte Jana mit einer Buchholz-Wertung von 32,0 die Nase vorn gegenĂĽber Berrak (30,0).

Den letzten Podiumsplatz belegte mit 5,0 Punkten Valentina Neumeier (Buchholz 31,5), die Julia Schwarzfischer (29,0) aufgrund der besseren Wertung punktgleich auf Platz 4 verwies. Alle Paarungen können hier eingesehen werden.

Die top organisierte Veranstaltung endete erst gegen 17 Uhr mit der Siegerehrung, da in vielen Runden bis zum bitteren Ende gekämpft wurde, sodass sich trotz der Bedenkzeit von nur 15 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug viele Partien fast über eine Stunde erstreckten.

Zusätzlich hatte Jana das Losglück und gewann den ausgelobten Gutschein für ein Online-Training mit IM Alexander Kabatianski.














