Ende Oktober ist die bekannte oberbayerische Schachspielerin Ingrid Antusch nach einem Herzinfarkt, von dem sie sich nicht mehr erholte, von uns gegangen. Für das bayerische Schach, insbesondere das Frauenschach, ist dies ein herber Verlust.Über viele Jahre war Ingrid Antusch eine ständige und geschätzte Teilnehmerin an den Frauenmeisterschaften des Bayerischen Schachbundes. Mit einer internationalen Elo-Wertungszahl von 1759 zählte sie nicht nur bei den Frauenmeisterschaften, sondern auch bei Seniorenmeisterschaften sowie in Mannschaftskämpfen zu den zu beachtenden Gegnerinnen. Sie war zudem eine der ganz engagierten Schachspielerinnen; so ist sie allein in den Datenbänken, die höherrangige Turniere auswerten, mit über 440 Partien vertreten. Der ganz große Sieg blieb ihr zwar versagt, aber dies hat ihre Freude am Schachspiel und dessen wettkampfmäßiger Ausübung bis ins hohe Seniorenalter hinein nicht beeinträchtigt. Erst in den letzten Jahren hat sie es schachlich ruhiger angehen lassen. Angesichts dieses beispielhaften langjährigen sportlichen Engagements darf man feststellen, dass sich ein Sportverband glücklich schätzen kann, wenn er solche Mitglieder in seinen Reihen hat. Sie sind das Rückgrat der Sportorganisation. In ihren Partien konnte Ingrid Antusch ein um das andere Mal Fehler ihrer Gegner offen legen. In einer Partie aus dem Jahr 2008 gelang ihr dies in beeindruckender Weise. Wie immer, wenn es die Gegner zuließen, wählte sie den Stonewallaufbau. Es gelang ihr ein Modellangriff. Mit dieser Partie, aber vor allem mit ihrer liebenswerten Art wird uns Ingrid Antusch in Erinnerung bleiben! Dr. Klaus Norbert Münch, Präsident des Bayerischen Schachbundes <- Zurück zu: Aktuelles |


