Bayerischer Schachbund e.V.

Im Alter von 90 Jahren verstarb Anfang Dezember der ehemalige mittelfränkische Spitzenspieler Leonhard Hanke in seiner Wahlheimat Mannheim.

Nicht nur seine Familie, auch wir, seine langjährigen schachlichen Weggefährten und Freunde, werden ihn schmerzlich vermissen.

Leonhard Hanke trat bereits 1934 in für die damalige Zeit sehr jungen Jahren in den Schachklub Fürth 1882 ein und gewann schnell an Spielstärke. Als in der Nachkriegszeit auch der Schachsport wieder auf Touren kam, zählte er zu den Spitzenspielern des Bezirks. 1956 wurde er in Nürnberg Mittelfränkischer Einzelmeister. Er nahm mehrfach an den Bayerischen Einzelmeisterschaften, darunter auch in der Meisterklasse 1, teil. Damit machte er sich in Bayern auch überregional einen Namen.

Seine Spielstärke stellte er auch durch Simultanvorstellungen unter Beweis. So spielte er 1954 in Lauf, in Zirndorf, in Stein bei Nürnberg, in Stadeln, in Heilsbronn sowie in Neumarkt in der Oberpfalz Simultan und gewann dabei von den insgesamt 113 Partien 79 bei 19 Niederlagen und 18 Remis.

Aufgrund beruflicher Ortsveränderung kamen Mitte der 60er Jahre Leonhard Hankes schachliche Aktivitäten in Bayern zum Erliegen. Er spielte fortan in Mannheim und wurde nicht zuletzt aufgrund seines in den Partien gezeigten kompromisslosen Angriffswillens auch in der neuen Region schnell bekannt.

Leonhard Hanke war aber nicht nur am Schachbrett zeitlebens von höchster Tatkraft, er engagierte sich auch im organisatorischen Bereich. Nach dem 2. Weltkrieg baute er 1949 die Fürther Schachorganisation auf, die sich so gut entwickelte, dass bis in die 60er Jahre hinein Fürth und nicht etwa Nürnberg die mittelfränkische Schachhochburg war.

Im vorgerückten Alter nahm er sich 1993 mit dem Aufbau des Seniorenschachs in Baden sein letztes großes organisatorisches Projekt vor. Das Amt des  Seniorenreferenten im Badischen Schachverband hatte Leonhard Hanke über 12 Jahre inne. Auch spielerisch setzte er sich in dieser Zeit als fünffacher Badischer Seniorenmeister an die Spitze. In Anerkennung seiner hohen Verdienste wurde Leonhard Hanke 2001 vom Badischen Schachverband die Ehrenmitglied verliehen und 2005 der Ehrenbrief überreicht.

Ich selbst hatte das Glück, Leonhard Hanke Anfang der 60er Jahre kennen zu lernen. Obwohl wir sportlich eigentlich Konkurrenten waren, förderte er mich, den wesentlich Jüngeren, der vom Altersabstand her sein Sohn hätte sein können, uneigennützig. Diese mitmenschliche Einstellung sowie sein Pflichtbewusstsein und seine Zielstrebigkeit waren mir stets ein Vorbild.

Dazu noch eine Partie von Leonhard Hanke.

Dr. Klaus Norbert Münch, Präsident des Bayerischen Schachbundes und Ehrenvorsitzender des Schachbezirks Mittelfranken




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