Bayerischer Schachbund e.V.

Vor kurzem wurde im Rahmen der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften eine besondere „Seele des Vereins“ von der Deutschen Schachjugend geehrt.

 „Die Seele des Vereins“ – ein Titel, den man nicht kaufen kann, sondern sich im Laufe eines langen Funktionärslebens hart erarbeiten muss. Nicht nur hunderte, sondern viele tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken hinter einer solchen Persönlichkeit, über die sich jeder Verein sehr glücklich schätzen kann sie in seinen Reihen zu haben. Um dieses Engagement zu unterstützen, verleiht die Deutsche Schachjugend im Rahmen der nationalen Nachwuchsmeisterschaften jedes Jahr den „Goldenen Chesso“ an eine verdiente Person im Bundesgebiet. Heuer erhielt – nach Prüfung durch eine hochkarätige Jury aus der Vielzahl der Bewerbungen - der Marktoberdorfer Ehrenvorsitzende und Träger der Bayerischen Staatsmedaille für Soziale Verdienste, Willi Hörmann, diese besonders wertvolle Auszeichnung. Sie ist ein verdienter Ausdruck für sein Lebenswerk, bei dem Schach immer ganz oben stand und steht. Der Schachspieler Willi Hörmann trat vor über fünfzig Jahren in den Schachklub Marktoberdorf ein. Im Jahr 1978 übernahm er das Amt des ersten Jugendleiters. Diesen Posten übte er bis vor wenigen Jahren mit ununterbrochener Begeisterung aus und ist seitdem Stellvertreter seines Nachfolgers, ohne dabei seine Arbeitsleistung zu reduzieren. Es ist jedoch nicht die reine Nachwuchsarbeit im Verein, die den Funktionär Willi Hörmann besonders auszeichnet. Vielmehr ist sein Engagement über den Tellerrand der Randsportart „Schach“ hinaus außergewöhnlich. Rund dreißig Jahre war er aktiv für die „Aktion Sauberes Ostallgäu“, die in jedem Frühling für eine gesunden Umwelt sorgte. Darüber hinaus setzte er sich jahrelang unter anderem für „Sport mit Aussiedlern“ und „Sport mit Behinderten“ ein, was bei den zahlreichen Aktionen des Kreisjugendrings – wie beispielsweise dem Verbändetag zum Ausdruck gebracht wurde. Der deutsch-polnische Jugendaustausch 2001 war schließlich einer der ausschlaggebenden Punkte, dass die Marktoberdorfer Schachjugend unter seiner Federführung den Lions-Preis 2002 für die beste Jugendarbeit aller rund 150 Vereine in der Kreisstadt erhielt. Über zweieinhalb Jahrzehnte beteiligte sich die Marktoberdorfer Schachjugend unter seiner Verantwortung an der Ostallgäuer Ferienfreizeit - für zu Hause gebliebene Kinder während der großen Ferien. Bei all diesen Tätigkeiten kam ihm die Ausbildung zum Schach-Übungsleiter in den Achtziger Jahren stets zugute – eine Lizenz, die er durch stetige Weiterbildung in verschiedenen Bereichen bis heute auf dem Laufenden hält. Willi Hörmann ist es mit zu verdanken, dass die Marktoberdorfer Schachjugend schon sehr früh als eigenständige Abteilung im Verein (mit eigener Satzung und eigenem Jugendvorstand) besteht und sich seit den Neunziger Jahren selbständig verwaltet. Neben diesen überfachlichen Aktivitäten übte er weitere wichtige Ämter in Vereinen und Verbänden aus: Von 1983 bis 1996 war er Zweiter Vorsitzender im Schachklub Marktoberdorf, um schließlich in den darauf folgenden acht Jahren als erster Repräsentant dem größten südschwäbischen Schachverein vorzustehen (1996 bis 2004). Als vieljähriger Vertreter des Allgäuer Jugendleiters und des Allgäuer Spielleiters bewies er auf Kreisebene Engagement. Auch in der Schwäbischen Schachjugend setzte er sich ein und zeichnete sich für die Pressearbeit im Bezirk verantwortlich. Aktuell ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bezirksverbands Schwaben. Seine Fähigkeit als Regionaler Schiedsrichter brachte ihm darüber hinaus viele Einsätze in der obersten bayerischen Spielklasse ein - eine Lizenz, die er erst vor kurzem wieder erfolgreich verlängerte. Zurzeit baut er erfolgreich im neu errichteten "Haus der Begegnung" eine Senioren-Schachgruppe außerhalb des Vereins auf, der zahlreiche Hobbyspieler angehören. Mit der dortigen Errichtung eines Gartenschachs setzte er werbewirksam Akzente. Neben seiner Funktionärstätigkeit wurde er besonders als "Seele des Vereins" geehrt, da er als Wirt des Vereinsspielstätte für das leibliche Wohl der Mitglieder sorgt, seit rund vierzig Jahren für und mit dem Nachwuchs jährlich eine vierstellige Zahl an Kilometern unentgeltlich unterwegs ist und nicht selten in dieser jahrzehntelangen Funktionärszeit familiäre Verpflichtungen und Feiern hinter dem Schach an zweiter Stelle stehen. Willi Hörmann opfert einfach sein „Herzblut“ für das Schach und stellt dabei in vorbildlicher und bewundernswerter Weise seine eigenen Bedürfnisse hinten an.

< Drucken >

 




<- Zurück zu: Aktuelles
Sitemap anzeigen
PDF-Version dieser Seite erzeugen
Diese Seite drucken